YouTube - The girl who silenced the world for 5 minutes
Es ist spät und ich habe dennoch keine Lust zu schlafen.
Ich bin so aufgewühlt wie das Meer nach einem Sturm.
Ich fühle mich als würden meine Finger, die über die Tasten huschen einem Piano ähneln.
Sanfte Töne verbergen sich unter meinen Finger.
Suizid ist Kunst.
Suizid ist nichts.
Danke Hunger. Danke Distance.
Auf bald, ich spiele dann mal weiter Klavier.
Die Zeit ist gekommen in der ich meine Finger beim Tippen nicht mehr spüre und meine Seele beim öffnen nicht mehr schließen kann.
Das öffnen was mir diese Assoziazionskette voller Hass entgegenwirft indem mir Menschen sagen wie sehr sie mich hassen und wie sehr ich sie liebe.
In der Zeit in der Menschen mich lieben und ich sie hasse und wir alle sind bereit zu sterben.
Nur ein klitzekleines bisschen Tod und diese Assoziationskette von verknüpfenden Ereignissen umfassen meine teure Seele und meinen schwachen Körper und meinen schalen Geist und meine verbrauchten Fingerabdrücke.
Mal hier, mal da, mal überall und schon ist man mitten drin, wie in einer Achterbahn, man sitzt davor, man steht an, man fährt und das Herz fliegt hoch und runter und von links nach rechts und von oben nach unten und alles was man fühlen will, ist ein klitze kleines bisschen Tod, denn jeder Mensch hat den Destruktionstrieb in sich, voll Selbstzerstörung und Hass und Aggressionen, Mädchen mit vorliebe gegen sich selbst.
So kommt es häufig dazu, dass viele Mädchen Narben an ihren Armen und Beinen und Händen und Seelen tragen und viele Jungen diese Narben gekonnt in anderer Leuts Gesichter konstruieren. So wie sie sich gerade fühlen.
In gewisser Weise schon eine Projektion des eigenen Inneren auf das andere Äußere.
Das Leben ist ein Spiel und niemand spielt mit, und ich finde es gut so doch dann spielt doch jemand mit und ich bin betäubt: Wie kann man nur so gut spielen? Und das ohne Regeln?
Ich mag keine Regeln, ich mag Andy Strauß und Andy Strauß mag auch keine Regeln und ich sitze hier und rede von Andy Strauß, der keine Regeln mag, währen dich darüber nachdenke, dass zu jedem fairen Spiel Regeln gehören und ich erkenne, dass das Spiel keine Regeln hat und ich finde, dass es unfair ist und mir gefällt es so.
Ich bin in diesem Moment nicht konform, nur konformiert, im Mai ‘03. Schon sehr lange her, da war ich noch ein halbes Kind, jetzt bin ich ein Kleinkind und dennoch älter als damals und dennoch im Bewusstsein über den Destruktionstrieb in dem ich genau weiß, dass meine Gefühle mich irgendwann übermannen.
Und wenn ich Liebe singe, dann meine ich Liebe doch mein Gesang verstummt und ich singe stattdessen “Numb” von Linkin Park auf einer Gitarre und höre mir an, wie Menschen über meinen schiefen Gesang urteilen ohne das Gefühl zu kennen, mit dem ich “Numb” von Linkin Park aufgenommen habe.
Vielleicht war es zu diesem Zeitpunkt schief. Ich habe kein Gefühl in der Stimme. Vielleicht bin ich ja gefühlskalt.
Dies ist eine Assoziationskette, kommen sie näher, treten sie herbei. Treten sie herein in die Seele des Opfers. Sehen sie Opfer und Täter in einer Person. Denn wenn man ein Opfer ist, tut man auch was und wenn man etwas tut, dann vollbringt man eine Tat. Und Täter und Tat, das addiert sich und impliziert sich zugleich.
Und diese Assoziationskette entblößt diesen nackten, hässlichen, leblosen Embryo in mir und ich beginne mich zu wehren und stelle mir vor, wie ich das Kind bin, welches sich die Nabelschnur um den Hals wickelt. Aus Butterfly Effect.
Schon immer betäubt von Schmetterlingen verlasse ich den Raum, ich würde mir gern einen tättowieren lassen, dennoch denke ich mir, dass mich stört was andere Denken.
Ich werde nicht gerne schief von der Seite angedacht, aber ich werde dennoch gerne belehrt, auf diese ganz gewisse Art und Weise der Belehrung, der Andacht, der Verzweiflung und der Nicht-Konzentration des Lebens.
Mit einem Messer aus der Seele hinausgeprügelt und dennoch dagegen angekämpft und mit hoher Wahrscheinlichkeit an inneren Verletzungen sterbend vegetiere ich dahin wie ein Elefant in seiner schlechtesten Zeit.
Elefanten sterben, wenn ihre Zähne abgekaut sind und sie sind schnell abgekaut, sie leben nur ganz kurz und dennoch lang und sie haben ein Gedächtnis.
Elefanten sind depressiv. Ich bin ein Elefant. Du bist ein Depressiv. Oder heißt es Substantiv?
Und alles was letzendlich meine Seele streift, hinterlässt tiefe Wunden in ihr die zu vernarbten Gebilden verwachsen. Ohne nachzudenken öffne ich meine Seele der Außenwelt ohne das Gefühl zu haben, dass der Verstand der Menschen soweit reicht, dass sie erkennen was ich fühle.
Die tiefe Verzweiflung reißt mich jede Nacht aus dem Schlaf, ich schrecke auf und senke meinen schnell atmenden Körper wieder auf die durchgelegene Matraze.
Ich verliere meinen Kopf und mit ihm meine Gedanken und meine Gefühle, die ich von Tag zu Tag aufschreiben und verbrennen möchte. Ich wünsche mir ein Mensch zu sein, ein Mensch der wenig weiß und wenig denkt.
Doch die Gedanken halten meinen Kopf auf meinem Körper und ich beginne mich selbst zu schädigen. Ich werde gebrechlich und ruhelos, ich werde wild vor Wut und starr vor Angst und wenn ich damit fertig bin, ist für die Anderen nichts gewesen.
Ich sitze auf einem Stuhl und weine in mich hinein auf der Suche nach meinem Ich. Es gefunden zu haben, versetzt mich in Angst und ich beginne zu schluchzen.
Ich übergebe mich vor Tränen, weil meine Gedanken mir die Luft abschnüren und mir immer tiefer in die Adern klettern.
Mein Körper schleudert sich von einer Ecke in die andere und alles was ich sehen will ist das Blut an der Wand, was mein Ich mit erhobenem Haupt dort verteilt hat.
Mit tiefer Trauer bewältige ich mein Leben und ich weiß nicht wie ich meine Gefühle beschreiben soll.
Bin ich etwa depressiv? Oder vollkommen aus dem Leben herausgerissen? Niemand weiß was zu tun ist, alles ist hektisch und wenn es ruhig ist, dann ist es trotzdem schnell.
Gefühlswandel. Gefühlsarmut. Gefühltragödie. Gefühlsleer.
Werde ich eine Spielfigur in eurem Schachspiel, welches sich in eurem Labyrinth aus Freundschaft verbirgt?
“Und ich weiß echt nicht, wo dein scheiß Problem ist!”, schrei ich sie mit bedrohender Geste an.
Sie wendet ihr Gesicht in dieser dunklen Nacht von dem grellen Schein der Straßenlaterne ab und setzt sich auf den nasse, kalten Bürgersteig.
Um uns herum nichts als ein Kastanienbaum, dessen Früchte nah an unseren Köpfen kleben, so als wollten sie unserem Gespräch zuhören, was erst so gefühlvoll begann und letztendlich in einem Disaster zu enden schien.
“Sag mir jetzt endlich wo dein Problem ist Maja! Verdammt noch mal, ich habe dir nichts getan und plötzlich rastest du so aus!”, rufe ich wieder. Dann setze ich mich zu ihr auf den tränennassen Boden und lege mein Gesicht auf meine geknickten Knie. Ich merke, wie aus meinen Augen Tränen rinnen und fühle das Auftreffen dieser, auf meiner Jeanshose.
“Du hasst dich doch sowieso, dann kann dir niemand anders etwas wert sein!”, beginnt sie nun zu sprechen, worauf ich ihr entgegne, dass mir wahrscheinlich alle Menschen mehr wert sind als ich selber. “Gestern, da wollte ich dich noch fragen, ob wir nicht was zusammen machen sollen, aber dann ist mir aufgefallen, dass du dich ja eh für Behindert und Dumm hälst!
“Ja, und als du dein Lebenstief hattest, da hab ich dich auch nicht angegriffen, nein. Ich habe dir geholfen, dir Mut gemacht und außerdem war ich immer für dich da wenn du mich gebraucht hast. Und jetzt, wo es mir schlecht geht, da gehst du einfach, du bist weg. Es nervt dich, dass es mir schlecht geht und es interessiert dich nicht. Du bist ein eiskalter Egoist, geh dich doch ruhig weiter ritzen und verstümmle deinen Körper - WEIL DU ES BRAUCHST!
Du warst betrunken und ich war es und dann haben wir uns geküsst und letztendlich ist für dich alles gar nicht wichtig und nicht passiert, aber es scheint dir ja egal zu sein, was mit meinen Gefühlen ist, hauptsache du hast die Gewissheit. Hauptsache du kannst dein Leben ändern wie du es gerne willst und Hauptsache du bist dein eigener Mensch!
Sie dir an was du aus mir gemacht hast? Ich rauche, ich trinke, ich liebe und du, es ist deine Schuld, deine verdammte Schuld und jetzt?”,
das ist es was ich dachte, aber ich wollte es nicht laut aussprechen.
Ich wollte sie nicht so verletzen wie sie mich verletzt, ich wollte nicht die gleichen Fehler machen und mir dann anhören, wie es Nietzsche getan hätte, nein. Ich wollte es nicht so machen.
Und so schwiegen wir uns den ganzen Abend an. Sie schwieg in ihre leere Seele und meine betrunkenen Augen schwiegen die Flasche Wein und die Schachtel Lucky Strike an.
Und ich wander wie ein Psychopat
durch jede Nacht und jeden Tag
und halte kalte, nasse Leere
in dieser warmen Atmosphäre.
Und verpacke sie in Kisten
um sie zu vernichten,
denn ich verbuddel sie tief unten
in den größten tiefsten Schlunden.
Ich vermisse sie schon jetzt
bin dem Pessimismus ausgesetzt
und ich vertrage es ganz gut
mit diesem optimistischen Pessimistenübermut.
Mh, so dramatisch wie die Klausur (nicht) war, habe ich sie mir nicht vorgestellt. Ich dachte alle sind ganz ruhig und benehmen sich total abartig, entgegen ihrem normalen Verhalten, aber nein. Jeder hat sich so verhalten wie er es sonst auch in Klausuren tut.
Ein bisschen Zeitnot fehlten mir zu meinem absoluten Glück, aber nun denn, letztentlich bin ich ja dennoch fertig geworden und da bleibt wohl nur noch Abwarten und wenn genug Zeit bleibt auch ein bisschen hoffen.
Warum schreibe ich sowas wie Gedankenakne?
So, ich bin jetzt fertig aufgewacht und ich stelle (mit Bedauern) fest, dass ich wohlmöglich nie wieder Schule habe.
Morgen schreibe ich meine erste Abiklausur (Deutsch), Donnerstag meine zweite (Pädagogik) und Montag drauf meine letzte (Englisch).
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