Time has come
Die Zeit ist gekommen in der ich meine Finger beim Tippen nicht mehr spüre und meine Seele beim öffnen nicht mehr schließen kann.
Das öffnen was mir diese Assoziazionskette voller Hass entgegenwirft indem mir Menschen sagen wie sehr sie mich hassen und wie sehr ich sie liebe.
In der Zeit in der Menschen mich lieben und ich sie hasse und wir alle sind bereit zu sterben.
Nur ein klitzekleines bisschen Tod und diese Assoziationskette von verknüpfenden Ereignissen umfassen meine teure Seele und meinen schwachen Körper und meinen schalen Geist und meine verbrauchten Fingerabdrücke.
Mal hier, mal da, mal überall und schon ist man mitten drin, wie in einer Achterbahn, man sitzt davor, man steht an, man fährt und das Herz fliegt hoch und runter und von links nach rechts und von oben nach unten und alles was man fühlen will, ist ein klitze kleines bisschen Tod, denn jeder Mensch hat den Destruktionstrieb in sich, voll Selbstzerstörung und Hass und Aggressionen, Mädchen mit vorliebe gegen sich selbst.
So kommt es häufig dazu, dass viele Mädchen Narben an ihren Armen und Beinen und Händen und Seelen tragen und viele Jungen diese Narben gekonnt in anderer Leuts Gesichter konstruieren. So wie sie sich gerade fühlen.
In gewisser Weise schon eine Projektion des eigenen Inneren auf das andere Äußere.
Das Leben ist ein Spiel und niemand spielt mit, und ich finde es gut so doch dann spielt doch jemand mit und ich bin betäubt: Wie kann man nur so gut spielen? Und das ohne Regeln?
Ich mag keine Regeln, ich mag Andy Strauß und Andy Strauß mag auch keine Regeln und ich sitze hier und rede von Andy Strauß, der keine Regeln mag, währen dich darüber nachdenke, dass zu jedem fairen Spiel Regeln gehören und ich erkenne, dass das Spiel keine Regeln hat und ich finde, dass es unfair ist und mir gefällt es so.
Ich bin in diesem Moment nicht konform, nur konformiert, im Mai ‘03. Schon sehr lange her, da war ich noch ein halbes Kind, jetzt bin ich ein Kleinkind und dennoch älter als damals und dennoch im Bewusstsein über den Destruktionstrieb in dem ich genau weiß, dass meine Gefühle mich irgendwann übermannen.
Und wenn ich Liebe singe, dann meine ich Liebe doch mein Gesang verstummt und ich singe stattdessen “Numb” von Linkin Park auf einer Gitarre und höre mir an, wie Menschen über meinen schiefen Gesang urteilen ohne das Gefühl zu kennen, mit dem ich “Numb” von Linkin Park aufgenommen habe.
Vielleicht war es zu diesem Zeitpunkt schief. Ich habe kein Gefühl in der Stimme. Vielleicht bin ich ja gefühlskalt.
Dies ist eine Assoziationskette, kommen sie näher, treten sie herbei. Treten sie herein in die Seele des Opfers. Sehen sie Opfer und Täter in einer Person. Denn wenn man ein Opfer ist, tut man auch was und wenn man etwas tut, dann vollbringt man eine Tat. Und Täter und Tat, das addiert sich und impliziert sich zugleich.
Und diese Assoziationskette entblößt diesen nackten, hässlichen, leblosen Embryo in mir und ich beginne mich zu wehren und stelle mir vor, wie ich das Kind bin, welches sich die Nabelschnur um den Hals wickelt. Aus Butterfly Effect.
Schon immer betäubt von Schmetterlingen verlasse ich den Raum, ich würde mir gern einen tättowieren lassen, dennoch denke ich mir, dass mich stört was andere Denken.
Ich werde nicht gerne schief von der Seite angedacht, aber ich werde dennoch gerne belehrt, auf diese ganz gewisse Art und Weise der Belehrung, der Andacht, der Verzweiflung und der Nicht-Konzentration des Lebens.
Mit einem Messer aus der Seele hinausgeprügelt und dennoch dagegen angekämpft und mit hoher Wahrscheinlichkeit an inneren Verletzungen sterbend vegetiere ich dahin wie ein Elefant in seiner schlechtesten Zeit.
Elefanten sterben, wenn ihre Zähne abgekaut sind und sie sind schnell abgekaut, sie leben nur ganz kurz und dennoch lang und sie haben ein Gedächtnis.
Elefanten sind depressiv. Ich bin ein Elefant. Du bist ein Depressiv. Oder heißt es Substantiv?